jungfräulich oder neue geschichten von Leben und Tod

ein “frevelhafter” Gedanke, würde der Katholik sagen:
synthetische Biologie als jungfräuliche Geburt – quasi aus dem Geist heraus zu bezeichnen. Eine neue Sequenz von Arbeiten: Narration im postdigitalen Zeitalter.
Gott (die Allmacht, der Heilsbringer und Erretter) erzeugt “nur” aus einer Frau. Der (göttliche) Mann, der nicht vom Vater abstammt.
eine Befruchtung nur mit der Erbsubstanz der Mutter wäre ja schliesslich nicht die marienhafte Empfängnis – da zu wenig und undurchmischter Gencode nicht wirklich einen göttlichen Sproß verspräche.
Hier habe ich die Idee schon zitiert gefunden:
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=7886&ausgabe=200503
oder…
… Schluss mit den Erbsünden


Bakterien – lernen sie?

genetik

Was sollen die Geos lernen können?
Vier Arten von Territorien:
1. schafe bleiben längere zeit und grasen
2. da wo schafe gegras haben (es fehlt an futter, das gras wurde gedüngt)
3. da wo schafe nur kurz waren (durchgangsbereich)
4. da wo schafe nie waren
In Anlehnung an Karl Sims müsste ich nun die verwandelbaren Eigenschaften definieren, mit welchen die Geos ihr Glück versuchen.
Was sollen Geos tun?
Sie sollen Cluster bauen, die quasi Landschaft sind dort, wo die Schafe nicht sind. Und sich von Schafen ernähren.
Mit welcher Form sollen sie operieren?
bei der alten artificial life installation war die Form der “Geos” das, was mutiert hat. Frage ist nun, was bei den Geos mutiert.
Diese Frage habe ich noch nicht richtig beantwortet, höchstens implizit in irgendwelchen Gedanken.
Von ihrer Erscheinungsform sind mir einige Variationen vor Augen:
Erst einmal natürlich die unterschiedlichen Symmetrien der Geos (Anzahl der Arme). Sie können sich zwischen 3 und 11 oder mehr bewegen.
Geos in Ketten, also die aneinander angelagert sind und gemeinsam ziehen (Cluster bilden)
Geos, die alleine wandern
Geos die Futter schieben wie mit schaufelngeos_schaufelt
Hier ein Geo, das eine Barriere schiebt. Diese Barriere z.B. könnte eine Kante von einem Territorium sein.
Geos_schiebt
Und hier ein Geo im Clusterverbund (in Bewegung, also keine regulären Polygone)
clustergeo

Gen kombiniert mit Wärmematrix

Ursprünglich dachte ich, man kann den Magnetismus dadurch entstehen lassen, dass die Polygone durch einen evolutionären Algorithmus lernen, dass es ihnen besser bekommt, sich in der Nähe von anderen aufzuhalten. Allerdings hatte ich mir keine Gedanken gemacht, wie dieses Gen aussehen soll. Lokalitäten kann man ja schlecht als Eigenschaft in einem Agenten speichern. Und Richtungen machen keinen Sinn, wie ich aus double helix weiss.
Statt dessen bietet sich an, dass das Gen der Geos einen Wert “mutiert”, der das Verhältnis beschreibt von Energieaufnahme und direktem Verbrauch durch Bewegung (+1) gegenüberstellt der Energieaufnahme und kompletter Verstoffwechselung in Wärme (-1). Das Gen würfelt also Zustände aus zwischen diesen beiden Extremen. Das Gen ist dann sozusagen ein Indikator, ob ein Geo sozial ist oder ob es lieber alleine kämpft.
Folge:
Für das Soziale müssen wir definieren, ob die Geos nur dann sozial sein können, wenn sie ruhen (also geschlossen sind und sich nicht bewegen oder auch wenn sie sich bewegen.
Ich denke, es sähe ganz gut aus, wenn die Dinger aneinander kleben könnten auch in Bewegung, welcher Zustand auch immer.
D.h. dass der Magnetismus erst einmal als Größe zu definieren sein, d.h. er ist eine Eigenschaft, die jeder Geo besitzt in einem von der Eigenwärme abhängigen Maß (die man bei Bewegung schneller verliert).
Soweit verstehe ich nun auch Deine Anmerkung, dass wir die Wärmematrix auf die Aktivität der Arme anwenden sollen, und ich denke, dieses Procedere klärt das jetzt.
Später noch etwas zu den Linien (ist aber nicht so wichtig).

1 Jan 2009, 12:59pm
Genetik Geometry Maps
by admin
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nochmals zur Landschaft

Hier ist ein neues Bild, das das update darstellt für die schon existierende Landschaft.

geos_differenziert_net
Die Landschaft ist mittlerweile schon funktionsfähig. Ein Screenshot hier:
mitmenue_net

sie lieben es warm

Geos mögen die Wärme (wie wir auch, manchmal sogar zu sehr).Hier die Geometrie des Tieres mit einer Erklärung, wie man den Wärmehaushalt pro Fläche definieren könnte. Auch wenn ich keine überlappenden “Beine” gezeichnet habe, ist mir klar, dass das entstehen kann. Man findet sicher eine geometrische Logik, wie man das verhindern könnte, aber im Sinne einer artificial life Welt ist es besser, dass man eine Bedingung formuliert, die das Tierchen versuchen lässt, die blauen Flächen zu minimieren und die Summe der roten Flächen größer werden zu lassen (wenn sie wärmer sind, leben sie länger und haben mehr Bewegungsenergie).
Der Wärmeaustausch ist so wie unten sehr einfach definiert. Man kann da sicher schönere Methoden entwickeln (Gradienten, Wärmefeld). Die Logik ist die, dass alle Flächen berechnet werden (der Umraum, der Raum des Tieres). Alle Flächen zusammen als Summe stellen die Gesamttemperatur dar. Erst einmal könnte man die Tiere als einzige Wärmequelle benutzen. Man kann jedoch überlegen, ob nicht das “Futter” auch als Wärme definiert werden kann. Das wäre eleganter. Aber wir können erst einmal schauen, wie sich die Tierchen verhalten und sie so ins Gleichgewicht bringen.

tierchen1.jpgtierchen2.jpg

15 Mar 2007, 5:24pm
Genetik Geometry
by Ursula Damm
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Thermodynamik

meint Lynn Margulis, muss nur zu den homoeodynamics erweitert werden, und das Leben als Produzent von Organisation steht nicht mehr im Gegensatz zum zweiten Grundsatz, nachdem die Entropie immer weiter zunimmt. Leben als ein Phänomen, das Energie-Gradienten abbaut und Zustände harmonisiert oder ausgleicht.

der späte Zuhälter

Diesen Artikel habe ich zufällig gefunden

“Insbesondere meine ich die Passage Es gibt immer eine offizielle Geschichte, eine Geschichte der Macht, deren Wesen nur darin besteht, zu verdrängen, zu verdrängen, zu unterdrücken, zu unterdrücken.
Auch im „Offenen Werk“ versuchen Sie, Geschichte neu zu schreiben, gerade was Ihre Arbeiten mit Valie Export angeht.
Genau. Jetzt kann man anhand von Dokumenten nachweisen, dass wir zum Beispiel das Tapp- und Tastkino gemeinsam erarbeitet haben. Der Feminismus hat damals eine Arbeit nur von Valie Export daraus gemacht. Da sieht man am eigenen Beispiel, wie Geschichte manipuliert wird.”

Also ganz egal, wie das damals war, was erhofft sich ein Mann davon, als Autor einer Arbeit gesehen zu werden, bei der es um die Veröffentlichung des weiblichen Busens geht?

artificial life in der Psychologie

Am Donnerstag Inge Hinterwaldner getroffen. Es tut so gut, zu sehen, dass Kunstwissenschaftler ebensosehr mit Strukturen wie mit Bildwissenschaft befassen. Oder vielleicht das Bild als Ergebnis einer strukturellen Anordnung betrachten und begreifen. Wenn diese Generation ausgebildet dann in der Verantwortung steht, wird sich der Diskurs um den Gegenstand der Kunst deutlich verändern. Interessant, dass Inge sich am Bild abarbeitet, insofern nicht in der Tradition der Konzeptkunst steht, die auf das conceptual anstatt des perceptual recurriert.

langsam und dumm

bin am Basteln. Und zwar habe ich ja mich entschlossen, mal wieder ein nicht digitales Werk zu machen. Skulptur scheint mir zu verwegen – immer noch. Ein Ding zu bauen, das einfach rumsteht und nichts tut, das bekomme ich nicht mehr hin. Vielleicht ist es auch meine Platzangst, so dass ich anderen Menschen nicht den Raum zubauen möchte, ohne ihnen eine Funktion anzubieten. Nun denn, da sitze ich und nähe. Es ist so unvorstellbar langsam. Ich arbeite pro Tag zwischen 12 und 14 Stunden. Ich finde das völlig ausreichend, aber ich komme kaum vom Fleck. Erst einmal habe ich zwei Skulpturen umsonst genäht, die erste war total falsch geschnitten. Konnte man so garnicht zusammennähen. Die zweite sah schrecklich aus. Die dritte scheint o.k. Ich muss mich dran gewöhnen, aber sie hat was, hoffentlich nicht nur in meinen Augen.

sitzeorange_l.jpg

Und nun ist nach drei Tagen ein erster Würfel fertig. Dann schaue ich, was orangefarbene Klettpunkte kosten: ich muss 5x 53 € bestellen, eine Unsumme an Klettpunkten, und das nur, weil sie die gesondert produzieren müssen. Also erst mal Test machen. Es ist so merkwürdig dass man ständig schwankt zwischen hochtrabenden Gedanken und so trivialen Tätigkeiten.

Nachgedacht, dass eigentlich man es nicht als Fehler bezeichnen kann im konstruktivistischen Sinne, wenn so viele Leute den “war of nature” beschworen haben und das “survival of the fittest”. Eher müsste man sich fragen, welchen strukturellen Nutzen einzelne Personen von so einer Theorie haben und in welcher Weise es ein System verändert. Wie würde ein Afrikaner denken bezüglich dessen, was Lynn Margulis verkündet? Sähe er nicht die überlebensnotwendigen Güter und den Kampf darum dennoch als Hauptmotivationsgrund für das Handeln? Ist diese Diskussion ein Luxusproblem?

Noch einmal zurück zu den Sitzen. Wenn ich alle Möbel auf dem Bild selber nähe, wäre ich drei Wochen mindestens beschäftigt. Und da käme viel dazwischen, was noch so en passant zu erledigen wäre. Also wahrscheinlich 6 Wochen.

26 Feb 2007, 2:46pm
Genetik Geometry Maps
by Ursula Damm
2 comments

Spiel mit Geometrien, einfache Variante

Ich habe beim Stöbern auf dem Rechner das gefunden, ist zwischenzeitlich unwichtiger geworden. Aber seit ich die Sitzmöbel wieder nähe, denke ich vermehrt darüber nach, wie man die geometrischen Formen im Raum “erweitern” kann mit reaktiver Projektion oder ähnlichem.

Das Spiel, das ich im Kopf habe, sollte mit einer Projektion die geometischen Formen von oben auf den Fußboden mappen.
Man hätte nun die Möglichkeit, durch “Betreten” der Form eine Mustergenierierung zu starten. Mit einem kleinen Interface in der Hand könnte man die Symmetrien (also die Eckzahl der einzusetzenden Polygone) wählen.
Mit einem Betreten könnte z.B. auch das hochklappen von einem regulären Polygon in die 3 Dimension möglich werden, sofern es ein zweites Polygon in der Nähe findet, das es “stützt”. So könnten recht verrückte Ebenen auf dem Boden entstehen. Letztendlich soll es bei dem Spiel um die Erreichbarkeit von verschiedenen Welten gehen. sprich: jeder Mitspieler beginnt in seiner eigenen Welt, seiner eigenen Insel (Polygon) und versucht mittels Parkettierung einen anderen Mitspieler zu erreichen.

Dieses “Spiel” geht aus von einer alten Mustergenerierungssoftware, die ein Mathematiker 1998 geschrieben hat. Hier zwei Beispiele, was ich daraus gemacht habe:

das hier
mixseed27_levelmax36-494p.jpg alleseed74-6test9.jpg


Die Bilder entstanden durch das Übereinanderlegen von einmal berechneten Kombinationen des Programms. Dem Programm gibt man die Ausgangsmaterialien an: reguläre Polygone und Polygonsterne. Dann versucht das Programm durch einen genetischen Algorithmus die vorgewählte Fläche optimal zu bedecken. Es gibt eine ästhetische Bewertung des Musters, die wahrscheinlich mit den Restflächen zusammenhängt (hab nicht mehr nachgeschaut). Dann rechnet der Computer weiter. Man kann die Berechungstiefe (die Generationen) einstellen und ein Seed, also Startwert für den Zufallsgenerator.

Also ganz altmodischer genetischer Algorithmus ;-)

Das wäre auch wieder so eine Sache: den Zufall ersetzen durch “Hervorbringung neuer Arten”, wie auch immer die geschieht. Das lese ich demnächst bei Lynn Margulis nach, wenn das Buch geliefert wird.

 
  
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